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Einträge der Kategorie ‘Hit Music on the Radio’

In welcher OJ über Musik spricht, wenn auch kaum über welche, die er im Radio gehört hat, denn das tut er praktisch nie. (cf.)

Vergangen

Du sagst: Ich bin ein Fan, weil ich eure Lieder schon seit Jahren kenn.
Werd auf jeden Fall die neue Single kaufen, oder aber brenn’.
[...]
Vorbei ist die Goldgräberstimmung in der Musikindustrie
und nun heult jeder rum, es ginge so mies wie noch nie.
Und schuld daran sei’n die ander’n, die Kids mit "No Future"*als Slogan,
die sich die Hits am Computer downloaden
Glauben wir das? Uh-uh**, das glauben wir nicht;
entweder brauchen wir das oder wir kaufen es nicht.***
(Fettes Brot · Welthit)

Was wollte ich gestern eigentlich sagen, fragte ich mich vorhin. So ganz das, was in der Überschrift steht (vom haarspalterischen Aspekt mal abgesehen) eigentlich nicht. Ist heute sicher irgendwie altmodisch und un, aber ich persönlich bin ja kein Nutzer von und vertrete die eher kontroverse These, dass die legitime Nutzung für Copyright-freie Riesendateien wie z.B. Zak McKracken 2 nur ein Nebenprodukt davon ist, dass "eh jeder CDs und Filme eselt" und eher scheinheilig als Legitimation verwendet wird. (Gelegentlich lasse ich mir mal ein bisschen US-Fernsehen in Divx-Form in die Hand drücken, aber wenn ich davon mehr als eine Handvoll Folgen gucke, kaufe ich auch die DVDs, sobald möglich.)

Somit teile ich nicht so ganz die Meinung Renés von Nerdcore, aber er hat dennoch einen guten Punkt****: The times, they are a-changin’, und irgend etwas muss und wird passieren. Da können noch so viele "Raubkopierer, ihr werdet bald im Knast vergewaltigt"-Spots im Kino laufen und User mit horrenden Schadensersatzforderungen konfrontiert werden, aufhören wird die Kopiererei nicht. Als damals Napster dichtgemacht wurde, waren die Alternativen schon lange verfügbar. Vielleicht findet jemand demnächst eine Möglichkeit, die betreffenden Dateien "technisch gesehen" auf Servern in Russland oder Liechtenstein oder Taka-Tuka-Land abzulegen oder oder oder.

Die GEMA-Gebühr war schließlich auch nur eine Reaktion auf die plötzlich entstandene Möglichkeit des Kopierens. Vielleicht ist ja die Kulturflatrate die beste Lösung. Dass den Traum der Unterhaltungsindustrie, den Überblick über jeden Download, jedes Kopieren, jedes Abspielen eines Films zu behalten, von niemandem akzeptiert wird, wird ja mittlerweile langsam verstanden, vgl. iTunes (Plus) oder die Tatsache, dass die PlayStation 3 (von Sony!) Divx-Filme vom USB-Stick spielt.

Ich bleibe gespannt.

Nachtrag, 25. April: René hat bei Nerdcore noch mehr dazu geschrieben.

  1. * Musste für den Reim wohl sein, aber "No future" habe ich lange vor Beginn der Neunziger das letzte Man gehört. ^
  2. ** Verneinender Laut, im Deutschen gesprochen ähnlich "äh-äh". Keine Ahnung, wie man das schreiben soll. Die Amis schreiben es so. ^
  3. *** "Und danach rauchen wir was oder wir saufen uns dicht / fliegen besoffen nach Hause und landen auf’m Gesicht", war jetzt fürs Thema irgendwie nicht mehr so relevant, sei hier aber des Flows halber noch erwähnt. ^
  4. **** Hätte ich jetzt fast geschrieben. ^

Daa da-DA-daaa da-da-daaa

Beim Lesen dieses Artikels über Harrison Ford fiel mir plötzlich und überraschend unerwartet ein, dass ein neuer Indiana-Jones-Film (ab 22. Mai im Kino*) ja auch bedeutet, dass es einen neuen Indiana-Jones-Soundtrack geben wird, da sich ja dankenswerterweise auch im stolzen Alter von 76 Jahren noch nicht zur Ruhe gesetzt hat.

Wenn jetzt noch der Tailer einen guten Film versprechen würde …

[via]

  1. * Außer in Ägypten, Belgien, Marokko und Frankreich, wo er schon am 21. anläuft. (Wehe, Sie verraten das Ende, Frollein F!)  ^

Random Poetry

And the rattlesnake said,
"I wish I had hands so
I could hug you like a man."
And then the cactus said,
"Don’t you understand,
My skin is covered with sharp spikes
That’ll stab you like a thousand knives.
A hug would be nice,
But hug my flower with your eyes."

(Kimya Dawson · "Tree Hugger")

Zuspätkommer (3)

Da dachte ich, ich sei mal originell und clever, und dann ist mir Bob Dylan 44 Jahre zuvorgekommen:

Ah, but I was so much older then,
I’m younger than that now.

(aus “My Back Pages”, 1964)

Überhaupt bin ich überrascht, was ich alles von Bob Dylan schon kannte, ohne es zu wissen*, bzw. seine Version nicht kannte**. Und, wie neulich schon angedeutet, mir gefällt das alles überraschend gut.

Nachtrag, 12:30: "Überraschend" vor allem deswegen, glaube ich, weil mein erster Kontakt mit Bob Dylan — von den absoluten Unvermeidlichkeiten wie "Blowin’ in the Wind" mal abgesehen — so Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre war, als er (ohrenscheinlich) gerade eine künstlerische Tiefphase hatte, wie auch die Wikipedia bestätigt.

  1. * "Maggie’s Farm" ist auf dem , das nirgendwo die Songschreiber vermerkt, obwohl es ausschließlich aus Coverversionen besteht. ^
  2. ** "Mr. Tambourine Man" kannte ich offenbar echt nur in der viel schmalzigeren Version von den Byrds. ^

Junebug

Zum Teil sicher auch noch von beeinflusst, bin ich gerade dabei, ein bisschen, äh, musikalische Frühbildung nachzuholen; irgendwas muss an diesem doch dran sein und so.*

Erstaunlich passend dazu ist der Soundtrack zu "Juno", auch wenn ich inzwischen gelernt** habe, dass es sich bei der Musik von um handelt, der sich u.a. über die Ernsthaftigkeit des Folk lustig macht.

I like guys with strong convictions
And convicts with perfect diction.

Sehr leicht; sehr albern; sehr so-kann-das-doch-eigentlich-fast-jeder, aber eben doch nicht.

Besonders faszinierend ist dabei, dass das Album irgendwie "wie aus einem Guss" klingt, obwohl es neben Frau Dawson durchaus komplett  verschiedenartige Künstler wie , und vereint.

  1. * Gefällt mir auch in der Tat ziemlich gut, auch wenn ich erst bei Track 5 von 51 angekommen bin. ^
  2. ** Das ist übrigens kein ^

I Like My Grunge Unsweetened

… (as in: no, thanks) habe ich angeblich gesagt, als Ina mir mal ein paar -Songs zu geben versuchte.

Wie viele Sachen, die ich in den letzten zwölf Jahren gesagt habe, war auch dies falsch, musste ich die letzten Wochen merken.* Ich kenne zwar eigentlich erst zwei Alben, aber da die mit zehn Jahren Abstand erschienen sind, bilde ich mir ein, schon mal einen ganz guten Überblick zu haben: Laut, melodisch, abwechslungsreich, laut.**

Die momentan mit Abstand meistvertretene Kommentatorin dieses Blogs sagte zwar mal, dass die Herren ganz groß darin seien, lange Intros mit nichts dahinter zu produzieren, aber ich kann mir derzeit nur vorstellen, dass das für das in dem Moment gerade laufende galt***, denn ich habe das auf "meinen" Alben nur anders erlebt: Songs, die anfangen, als seien sie jetzt "die Ballade" und dann nach dreißig Sekunden furchtbar abgehen.

  1. * Was heißt merken, ich konnte mich an den Satz überhaupt nicht mehr erinnern, bis ich Ina vorhin von den Herren vorzuschwärmen begann. ^
  2. ** Die aktuelle Tour heißt schlicht "We’re Very, Very Loud". ^
  3. *** Dessen erster Track in der Tat fast sieben Minuten lang so klingt, als müsse da gleich was kommen, was aber nie der Fall ist. ^

Le plus grand succès possible ou une alternative raisonnable

In einem Anfall von, hmm, ja, was eigentlich?* — plötzlichem In-Erinnerungen-schwelgen-Wollen, ausgelöst durch ein Plakat für dieses Konzert habe ich mir, wie aufmerksamen Lesern u. U. rechts nicht entgangen ist, von gekauft, die ich zuletzt gehört hatte, als ich noch in der Schule war.**

Und diese beiden, äh, elektronischen Symphonien gefielen mir viel besser, als ich gedacht hätte. Ist jetzt nichts, was ich in Zukunft rauf und runter hören werde — instrumentale Musik höre ich die letzten Monate ohnehin äußerst wenig —, aber … boah, mir war nicht bewusst, wie viel der elektronischen Musik der Achtziger von J. M. Jarre schon Ende der Siebziger vorweggenommen wurde: "Blade Runner" (und auch vieles anderes, das ich von kenne), "TRON", "System Shock" sind alle viel weniger orginell als ich immer dachte.

Und außerdem höre ich "Oxygene" und "Equinoxe" auch einfach viel lieber.

  1. * An dieser Stelle möchte ich mich bei mindestens einer Leserin für die unnötige Pause und das Nicht-zum-Punkt-Kommen entschuldigen. ^
  2. ** Was, wie vermutlich niemanden überrascht, ziemlich lange her ist. ^