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Archiv für den 22. Januar 2009

Semikolon—Bindestrich—Klammer-zu

Über einen Eintrag im Blog von Drehbuchautor John August, in dem es darum geht, dass Barack Obama im Text seiner gestrigen Antrittsrede ein Semikolon verwendet,* kam ich auf die Idee, mal in der Wikipedia die korrekte Verwendung des Semikolons nachzuschlagen. (Ja, sowas interessiert mich, was aber auch nicht mehr wirklich überraschend sein sollte.)

Dort fand ich dann erstmal ein wirklich wundervolles Beispiel für die Verwendung bei “aufgezählten Wortgruppen [die] ihrerseits Kommata enthalten”:

Wir haben: Eier und Speck; Eier, Bratwurst und Speck; Eier und Spam; Eier, Speck und Spam; Eier, Speck, Bratwurst und Spam; Spam, Speck, Bratwurst und Spam; Spam, Eier, Spam, Spam, Speck und Spam; Spam, Spam, Spam, Eier und Spam; Spam, Spam, Spam, Spam, Spam, Spam, gebackene Bohnen, Spam, Spam, Spam und Spam; Hummer Thermidor an Crevetten mit Sauce à la Mornay, garniert mit Trüffelpastete, Brandy und einem Spiegelei obendrauf und Spam.**

Aber das Schlimmste war der Kasten “Satzzeichen” oben rechts auf der Wikipedia-Seite, in dem es für Leute wie mich eine einfache Möglichkeit gibt, die Einträge zu allen Satzzeichen zu erreichen. Ich habe mich erstmal auf die drei Varianten (viertel, halb und voll) des Geviertstriches beschränkt***, was mich wiederum auf den wunderbaren Eintrag über die Durchkopplung (auch manchmal als “kaskadierender Bindestrich” bezeichnet) brachte, den ich in Zukunft all denen unter die Nase halten (oder zumailen) kann, die mir nicht glauben wollen, dass die St.-Gertrud-Kirche sehr wohl so (und nur so) geschrieben wird, obwohl St. Gertrud doch gar keinen Bindestrich hat. “Peter’s Dom” lässt grüßen.

Fast noch schöner finde ich allerdings diesen damit verwandten Wikipedia-Eintrag (extra vertinyurlt, damit die Browser-Statuszeile nichts verrät). Also, jetzt auch inhaltlich, nicht nur die Überschrift.

Und richtiggehend unglaublich finde ich in diesem Zusammenhang, dass es in der Wikipedia keinen Eintrag zum Brockhauseffekt gibt.****

  1. * Also, in dem Eintrag, nicht dem ganzen Blog. ^
  2. ** Auch in der Wikipedia ist dies als Quellenangabe verlinkt. Wie wunderbar. ^
  3. *** Und dabei ein wenig bedauern gelernt, dass die Zeit der vorbei ist, auch wenn die Variante Browser-WordPress-Blog natürlich ungleich praktischer ist. ^
  4. **** Oder ist das Wort gar nicht so verbreitet und selbstverständlich wie ich dachte? Gerade mal 103.000 Einträge bei Google klingen irgendwie danach, reichen aber wenigstens aus, dass ich das hier nicht den Zusammenhang erklären muss. ^