Arschkalt
Anfang 2006 – ein mein Leben sehr, ähm, umwälzendes Jahr – zeigte mein Funk-Außenthermometer in Zentral-Hamburg, wo es üblicherweise im Winter ein paar Grad wärmer ist als der Wetterbericht angibt, -17 °C. Das ist mir vor allem deshalb haften geblieben, weil es im selben Jahr im Sommer bei, glaube ich, teilweise +34 °C etliche Berichte über den “wärmsten Sommer aller Zeiten” (in Hamburg) gab und mir beim Brutzeln im 50 m entfernten Park der Kontrast auffiel, weil -17 °C die kälteste Temperatur war, die ich je auf einem Thermometer gelesen habe*, auch wenn mir das niemand so recht glauben will (außer Meike).
Neun Jahre vorher hat der WDR seine Sendung “Lokalzeit NRW” in “Eiszeit NRW” umbenannt, weil es, glaube ich, in Nordrhein-Westfalen drei Tage am Stück geschneit hatte oder so. Das sei dort nicht üblich, so mit dem Schnee, sagte meine werte Damals-gerade-Freundin-und-demnächst-Ex-Frau.
(“Arschkalt” ist natürlich, muss ich an dieser Stelle zwangsläufig am Rande erwähnen, ausgesprochen relativ.)
Ich erzähle das eigentlich nur, weil Stefan Niggemeier einen wunderschönen, wenn auch leicht genervt klingenden, Artikel zu der Fernseh-Berichterstattung über die derzeitigen Temperaturen im Fernsehblog von FAZ.NET geschrieben hat, und der WDR sich zu meinem Erstaunen einen anderen Titel für seine Sondersendung ausgedacht hat.
(Dazu muss ich jetzt auch noch den gestern von Peer Schrader ebenfalls im Fernsehblog geschrieben Artikel über eine andere Art der Winterberichterstattung erwähnen, auch wenn der diesen meinen heiter-retrospektiven Eintrag hier irgendwie zu einem schal-verärgerten Ende bringt.)
Mann, was bin ich froh, dass ich kein Fernsehen gucke. (Höchstens auf DVD und/oder meta.)
- * An dieser Stelle möchte ich daran erinnern, dass ich die Schneekatastrophe anno 1978 semibewusst erlebt habe, wenn auch nicht als Katastrophe, sondern als herrliches “Winter Wonderland”. (Ich kann das übrigens auch beweisen.) ^



